Tattoo Infoseite

Augen auf beim Tattoo-Kauf


Tat|too [te´tu:] <tahit.-engl.>der oder das
Tä|to|wie|rung die; -, -en 1. das Tätowieren, 2. auf die Haut tätowierte Zeichnung.
tä|to|wie|ren <tahit.-engl.-fr.> Muster od. Zeichnung mit Farbstoffen in die Haut einritzen.


"Ihr sollt um eines Toten willen an eurem Leibe keine Einschnitte machen noch euch Zeichen einätzen; ich bin der Herr."
( 1. Übersetzung aus dem 3. Buch Moses, 19.28 )


"Und ihr sollt euch wegen einer verstorbenen Seele nicht Einschnitte in euer Fleisch machen, und ihr sollt kein Tätowierungszeichen an euch anbringen; ich bin der Herr."
( 2. Übersetzung aus dem 3. Buch Moses, 19.28 )


Wer Brot will, geht zum Bäcker, wer Wurst will, geht zum Metzger, und wer ein Tattoo will, geht zum Tätowierer. Es gibt aber gute und schlechte Bäcker, gute und schlechte Metzger und - wer hätte es gedacht - gute und schlechte Tätowierer. Soweit so gut. Wenn mir bei einem Bäcker das Brot nicht schmeckt, dann gehe ich das nächste Mal eben zu einem anderen, kein Problem. Bei Tätowierungen sieht das schon ein bißchen anders aus: eine schlechte Tätowierung trägt man sein Leben lang mit sich rum, falls man nicht einen Haufen Kohle in eine Laserbehandlung investieren will oder einen Profi findet, der den Mist irgendwie überarbeiten kann.

Also: Es gibt Tätowierer, die das gar nicht richtig können, und das sind böse, böse Buben, die daran schuld sind, daß manche Menschen den Rest ihres Lebens mit schlechten Tattoos rumlaufen müssen. So einfach ist das. Oder doch nicht? Immerhin wird dabei eines vergessen: Niemand wird dazu gezwungen, sich tätowieren zu lassen!

Wer seine Hausaufgaben nicht macht, kriegt eine Fünf!

[image_l=181#0,181/]Jeder potentielle Kunde hat die Möglichkeit, die Arbeiten verschiedenster Tätowierer zu vergleichen, Studios aufzusuchen, mit Künstlern zu sprechen, sich durch Lektüre von Magazinen und Büchern einen Überblick über verschiedene Stile zu verschaffen und auf Conventions Tätowierte nach deren Erfahrungen zu befragen. Um es mal etwas provokativ auf den Punkt zu bringen: Wer sich heutzutage einen Scheiß tätowieren läßt, wo Informationen zum Thema Tätowierungen so einfach und reichhaltig zugänglich sind wie nie zuvor, der ist doch gerade selber schuld, oder wie es Olaf von Kailitos Way Tattoo formulierte: "Wer seine Hausaufgaben nicht macht, kriegt eben eine Fünf."
Und nicht nur, daß diejenigen, die sich bei schlechten Tätowierern verschandeln lassen, sich selbst schaden; sie erhalten durch ihre Kohle die Pfuscher auch noch am Leben, die ja ansonsten aus finanziellen Gründen einfach dicht machen müßten. Es reicht nicht aus, die Verantwortung und den schwarzen Peter den Pfuschern zuzuschieben; auch der Kunde trägt Verantwortung für die Wahl des Studios seines Vertrauens und das Niveau in der Tattoo-Szene, indem er z.B. eben professionelle, qualitativ hochwertige Tätowierer durch seine Aufträge unterstützt.

Wie erkenne ich einen guten Tätowierer?

In Gesprächen mit Tattoo-Einsteigern stoße ich immer wieder auf die unterschiedlichsten Strategien, wie man ein gutes Studio respektive einen guten Tätowierer finden kann. Die gängigsten davon möchte ich im folgenden mal auf ihre Brauchbarkeit abklopfen.

Sind gute Tätowierer teurer als schlechte?

»Gute Tattoos sind nicht billig und billige Tattoos sind nicht gut« war eine Devise des berühmten amerikanischen Tätowierers Sailor Jerry Collins, mit der er zum Ausdruck bringen wollte, daß man bei ihm Qualitäts-Tätowierungen erhält, dafür aber auch etwas tiefer in die Tasche greifen muß. Im seinem Fall hat das wohl auch gestimmt, und wer von einem Profi aus der Oberliga verziert werden will, kommt eventuell eben mit nem Appel und nem Ei nicht ganz hin. Aber es gibt auch eine Menge Pfuscher, die es mit dem Umkehrschluß probieren: »Ich bin sauteuer, also muß ich gut sein, sonst könnte ich ja keine so hohen Preise verlangen.« Und andererseits gibt es durchaus Weltklasse-Tätowierer, deren Werke absolut bezahlbar sind.
Nein, der Preis eignet sich überhaupt nicht dazu, Tätowierer in gut und schlecht zu kategorisieren und sollte auch bei der Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Studio keine Rolle spielen. Wenn ihr euch sicher seid, den richtigen Mann oder die richtige Frau gefunden zu haben, dann solltet ihr wegen ein paar Euro mehr oder weniger auch nicht ins Wanken geraten. Oder wie es Hennes von Ralf´s Fine Line Tattoo mal einem Kunden gegenüber zum Ausdruck brachte, dem er den Preis für den kompletten linken Arm mitteilte, und der sich daraufhin überlegte, ob ers woanders nicht billiger kriegt: »Hast du dir denn nicht den Tätowierer deines Vertrauens ausgewählt?« fragte ihn Hennes, »Wieviel linke Arme hast du denn?«.

Haben gute Tätowierer viele Pokale?

Auch so ne Sache. Natürlich sammeln sich bei Profis im Laufe der Zeit Pokale und Auszeichnungen von verschiedenen Conventions an. Es gibt aber auch eine Menge Tätowierer, die auf sowas gar keinen großen Wert legen und die Teile gar nicht mehr in den Laden stellen, während es auch solche Kandidaten gibt, die zwischen zwei oder drei Pokale von Tattoo-Conventions noch den einen oder anderen Kelch vom Kleintierzüchter- oder Schützenverein mischen, vielleicht noch einen vom Volkswandertag - möglichst so, daß man die Aufschrift nicht lesen kann. Außerdem: Was sagt denn ein Pokal von der 1. Tattoo-Convention in Runkelrübenhausen über den 3. Platz in der Kategorie »Most Realistic« schon aus, wenn drei Tätowierer und fünf Besucher anwesend waren? Wenn ein Tätowierer bei renommierten Veranstaltungen wie der Tattoo Expo in Neuss oder der Convention in Berlin Preise gewinnt, dann kann man sich schon mal sicher sein, daß dieser sein Handwerk versteht; aber letzten Endes waren auch diese Preise subjektive Entscheidungen einer fünf- oder sechsköpfigen Jury, und eure eigene Einschätzung, auf die es ja allein ankommt, kann von der der Jury ja völlig abweichen.

Haben gute Tätowierer viele Vorlagen zum Aussuchen?

[image_l=122#0,122/]Auch was und wieviel ein Tätowierer an Vorlagenalben rumliegen hat, sagt über die Qualität seiner Arbeit gar nichts aus. Was nützt es, wenn jemand absolut irre Flashs von Mauricio oder Bernie Luther ausliegen hat, die Motive aber als Tätowierungen nicht umsetzen kann? Und noch was: Sabado zum Beispiel, ein japanischer Tätowierer, den ich selbst zur Weltspitze rechne, hat in seinem Studio kein einziges Vorlagenalbum ausliegen, da er jedes Motiv individuell für jeden einzelnen Kunden entwirft.

Wieviel Berufserfahrung braucht eine Tätowierer?

Ein seltsames Gerücht, welches mir neulich zu Ohren kam, und welches jeglicher Grundlage entbehrt. Wie oft und in welcher Größe ein Tätowierer Anzeigen in Magazinen plaziert, hängt schlicht davon ab, wieviel er für Anzeigen ausgeben kann und will. Wer inseriert, können sich Magazine nicht aussuchen, da diese nach dem Grundsatz: »Gleiches Recht für alle!« verfahren müssen.
Aber wo wir schon mal beim Thema Berufserfahrung sind; auch die Anzahl der Berufsjahre sind kein eindeutiges Kriterium für die Güte der Arbeit eines Tätowierers. Freilich ist es logisch, daß bei einem Oldtimer die Erfahrung von zehn, fünfzehn Jahren Tintenkunst in den meisten Fällen durch Versuch und Irrtum sowie Austausch mit Kollegen usw. saubere bis erstklassige Tätowierungen hervorbringt. Aber es gibt auch so Spezialisten, die sich hartnäckig über die Jahrzehnte geweigert haben, irgendwelche Fortschritte zu machen, und dann gibt es wieder Jungtalente, die innerhalb von drei, vier Jahren ein Niveau erreichen, wovon mancher "alte Hase" nur träumen kann.

Kann man den Fotos in den Alben trauen?

Da kommen wir der Sache doch schon näher. Die Fotoalben eines Tätowierers geben Aufschluß darüber, inwieweit der Künstler in der Lage ist, bestimmte Motive als Tätowierung umzusetzen, beispielsweise, ob bei ihm ein Adler tatsächlich aussieht wie ein Adler oder nicht vielleicht eher wie ein Huhn mit Spoiler. Weiterhin läßt sich aus der Fotosammlung erkennen, auf welche Stile sich der Tätowierer eventuell spezialisiert hat und natürlich mit welcher Qualität er Linien, Schattierungen und Flächen tätowiert. Also: Die Fotos der Werke eines Künstlers sind ziemlich gut geeignet, sich ein Bild von dessen Können zu machen, wenn, ja wenn es tatsächlich seine eigenen sind. Die Möglichkeit, daß sich ein Tätowierer mit "fremden Federn" schmückt, ist gar nicht so abwegig. Erst vor ein paar Wochen betrat ich ein neu eröffnetes Studio, welches aufs prächtigste mit Fotos von Tattoos ausgeschmückt war, die zwar nur aus Magazinen ausgeschnitten waren, aber den Eindruck erwecken sollten, sie stammten vom Inhaber selbst. Auf meine Frage, ob er denn nicht auch Bilder von seinen eigenen Werken habe, mußte der junge Mann passen; er habe bis jetzt erst fünf Tätowierungen gemacht, und der Film sei noch nicht entwickelt. Also: Augen auf beim Tattoo-Kauf!
Was man eventuell noch berücksichtigen sollte: Wenn einem Tätowierer mal was völlig daneben geht, wird er davon wahrscheinlich kaum ein Foto ins Album kleben. Die Mißerfolge sieht man also in der Regel nicht. Es gibt aber natürlich auch solche Tintenkleckser, deren Arbeit aus Mißerfolgen besteht, die sich aus unerfindlichen Gründen aber trotzdem für Tätowierer halten und ihre schauerlichen Kreationen auf Hochglanzfotografien in Postergröße ausstellen. Diese Kandidaten laufen in Sachen Unterhaltungswert problemlos jedem Entertainer den Rang ab, Frohsinn bei der Betrachtung der Fotoalben ist garantiert. Zur Umsetzung eures Traumtattoos sucht ihr euch dann aber bitte jemand anderen.

Resümee

Die Qualität eines Tätowierers erkennt man an seiner Arbeit - und an sonst nichts. Laßt euch nicht von irgendwelchem Blendwerk beeindrucken wie z.B. von eindrucksvoll gerahmten Mitgliedsausweisen obskurer Tätowiererverbände, die von manchen Zubehörvertrieben gratis zusammen mit Tattoomaschinen geliefert werden und absolut null Aussagewert haben oder irgendwelchen an den Wänden ausgehängten Artikeln aus der »Blitz-Super-Ilu für die Frau« über das betreffende Studio. Schön für den Tätowierer, wenn irgendein lokales Käseblatt mit seinem Tattoo-Shop noch eine halbe Seite füllt; darüber, ob der Mann tätowieren kann oder nicht, sagt das aber überhaupt nichts.

[image_r=180#0,180/]Wichtig ist einzig und allein, daß euer Tätowierer euren Motivwunsch so optimal wie möglich nach euren Vorstellungen umsetzen kann. Manchmal hat man Glück und muß gar nicht lange suchen, manchmal braucht man aber auch Monate oder gar Jahre, bis man den geeigneten Tätowierer gefunden hat. Letzten Endes ist das Ganze auch eine Frage des Anspruches; wer nur irgendein Tattoo haben will, kriegt das problemlos von irgendeinem Tätowierer. Und wer eben ein ganz spezielle Arbeit haben will, der braucht dafür eben einen ganz speziellen Tätowierer. Eigentlich ganz logisch, oder?

Text: Dirk-Boris Rödel

Wie sieht es mit Biotattoos aus?

Biotattoos, Temptoos und die ganzen falschen Versprechungen... Wenn Du glaubst, es gäbe Tätowierungen, die nach 1-3 Jahren wieder weggehen, dann müssen wir Dich leider enttäuschen.
Es ist schon von der Biologie und dem Aufbau der Hautschichten her praktisch unmöglich - auch wenn mit schöner Regelmäßigkeit dieses Märchen der Biotattoos verbreitet wird, der Unwahrheitsgehalt bleibt aber immer der gleiche. Es geht wirklich nicht ! Glaubt es uns !

Aber die sog. "Biotätowierer" verdienen sehr viel Geld damit - daher immer wieder die Geschichten über angebliche Biotattoos.
Um ein guter Tätowierer zu werden braucht man handwerkliches und künstlerisches Talent, eine gründliche Ausbildung und viel Berufserfahrung. Ein Wochenendkurs für Kosmetiker in Sachen sog. "Biotattoos" wird dies niemals ersetzen können - somit wird auch die handwerkliche und künstlerische Qualität mehr als dürftig sein.
Kein Tätowierer, der was auf sich hält, wird sog. Biotattoos anbieten.

Tip: Wenn Du ein Biotattoo angeboten bekommst, frage nach einer schriftlichen Garantie, das dieses Tattoo nach der entsprechenden Zeit wieder verschwindet. Du wirst diese Garantie sicherlich nirgendwo bekommen. Warum wohl ???

Weitere Fragen

Falls es noch weitere offene Fragen gibt, beraten wir euch gerne persönlich im Studio oder schreibt uns eine E-Mail


NASE`s Tattoo and Piercingstudio  -  Bahnhofsallee 29  -  31134 Hildesheim  -  Tel.:  0 51 21 / 51 58 68